Friedrich Bretz, Vorstand der ILM e.V. über die Projektgruppe Heimatmuseum

Öffnungszeiten

während der Sonderaustellung:
Sonntags 14-16Uhr

Über Weihnachten:
So 23. Dez. 2018 – geschlossen
So 30. Dez. 2018 – geöffnet
So 6. Jan. 2018 – geöffnet

Sonderführungen für Gruppen nach Terminvereinbarung

Adresse

Heimatmuseum Möhringen
Filderbahnstr. 29 – 3. Stock
70567 Stuttgart-Möhringen

Anfahrt

Stadtmuseum Stuttgart

Das Heimatmuseum Möhringen ist Teil des
Stadtmuseums Stuttgart.

 

ILM e.V.

Lesen Sie mehr über die Arbeit der Projektgruppe Heimatmuseum auf den Seiten der Initiative Lebensraum Möhringen-Fasanenhof-Sonnenberg e. V. (ILM)


Das schönste Rathaus im Oberamtsbezirk

Möhringen gehörte wie Vaihingen bis 1802 zum Spital beziehungsweise zur Stadt Esslingen. Dann kam es, im Zuge der Neuordnung des Landes „von Napoleons Gnaden“, zu Württemberg. Zunächst bildete es zusammen mit Vaihingen und der ehemaligen Reichsstadt das neue Oberamt Esslingen. Im Jahre 1806, nachdem Kurfürst Friedrich die Königswürde angenommen hatte, ließ er die Verwaltung erneut reformieren und schlug Möhringen zum Amtsoberamt Stuttgart.

Zu jener Zeit lenkten die Schultheißen die Geschicke des Gemeinwesens von einem kleinen, dem Spital gehörenden Rathaus aus, das gegenüber dem Chor der (alten) Kirche stand. Das Gebäude wurde zu klein, nachdem die kommunalen Aufgaben langsam, aber stetig gewachsen waren. Die Gemeinde verkaufte das Haus – es wurde 1841 abgebrochen – und erwarb stattdessen von einem gewissen Abraham Neef ein Grundstück mit der heutigen Adresse Maierstraße 1. 1836/37 war es dann soweit: Nach Plänen des württembergischen Baurats Friedrich Bernhard Adam (von) Groß (1783-1861) und des Degerlochers Wilhelm Zaiser ließen sich die Möhringer ein neues Rathaus errichten. Dafür griffen sie tief in die Gemeindeschatulle: Das Bauwerk kostete nicht weniger als 14 300 Gulden. Die Investition hat sich gelohnt, denn die Oberamts- beschreibung von 1851 lobt das Rathaus, es sei „gut eingerichtet und das schönste im Oberamtsbezirk“ – und es tut bis heute seinen Dienst.

Stilistisch ist der Bau dem Klassizismus zuzuordnen, der auch in Württemberg zu jener Zeit schwer in Mode war. Kurz vor dem hiesigen Rathaus hatte der König das Schloss Rosenstein (1824- 29), kurz danach das Wilhelma-Theater (1838-40) und den Königsbau (1855-59) in diesem Stil erstellen lassen. Neben den großen Repräsentativbauten zeigten bald auch Wohnhäuser und eben kleinere öffentliche Gebäude diese Architektursprache. Der Bauhistoriker Dr. Bernd Langner hat in einem Beitrag zur Gablenberger Schulgeschichte auf die Vergleichbarkeit des Möhringer Rathauses mit der dortigen, gleichzeitig erbauten (Alten) Schule (vor den vielen Umbauten) sowie mit dem Möhringer Schulhaus von 1848 (heutige Adresse: Oberdorfplatz 16) hingewiesen. Nebenbei: Man blickt auf dem Foto in die Maiergasse. Bei dem Gebäude rechts neben dem Rathaus handelt es sich um den traditionsreichen Gasthof zum Hirsch; das angeschnittene Gebäude rechts ist laut Heimatbuch (1985) das Haus Gustav Brodbeck.

Mit freundlicher Genehmigung der Filderzeitung vom 21.08.2012, U. Gohl