Der Postbus Waldenbuch-Degerloch stürzte nach einem Zusammenstoß mit der Filderbahn um.

Das Stuttgarter Neue Tagblatt berichtete unter der Überschrift „Filderbahn und Postautomobil“ am 28. Juni 1910 über einen folgenschweren Verkehrsunfall auf den Fildern.
Bei dem Unfall, der sich gestern früh an der Straßenkreuzung am Landhaus ereignete, wo das Postautomobil (der Überlandbus) von Waldenbuch mit einem Zug der Filderbahn zusammengestoßen ist, scheint die Schuldfrage noch nicht geklärt zu sein. Einerseits wird behauptet, die Schuld liege bei der Filderbahn, und nur der Geistesgegenwart des Chauffeurs sei es zuzuschreiben, daß das Unglück nicht noch größeren Umfang erreichte. Andererseits ist aber eine Darstellung ganz glaubhaft, nach der das Gelände an der Unfallstelle wegen eines hohen Einschnittes durchaus unübersichtlich ist. Chauffeur und Wagenführer haben sich wohl gegenseitig zu spät bemerkt; beide wollten durch rasches Fahren, um ein Unglück zu vermeiden, noch aneinander vorbeikommen, und durch dieses Bestreben ist wohl der Zusammenstoß erfolgt.

Die Verletzten, die im Marienhospital Aufnahme fanden, zwei Frauen und ein Kind, befinden sich glücklicherweise ordentlich. Das Kind konnte bereits wieder entlassen werden, die beiden Frauen, die Schürfungen und Quetschungen erlitten haben, kommen in einigen Tagen zur Entlassung.

Die Aufnahme stammt von dem Stuttgarter Fotografen Joseph K. Aberle und erschien erstmals am 8. Juli 1910 im Schwäbischen Bilderblatt.

Mit freundlicher Genehmigung der Filderzeitung vom 14.2.2012, U.Gohl

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