Die Geschichte der Puppenstube geht bis ins 16. Jahrhundert zurück. Das Älteste bekannte Puppenhaus wurde 1558 für Herzog Albrecht V. von Bayern gebaut allerdings nicht als Spielzeug, sondern als kleines Kunstwerk und Schaustück. Im 17. und 18. Jahrhundert griffen reiche Patrizierfamilien in Nürnberg und Augsburg diese Idee auf und ließen sich ihre Häuser im Kleinformat nachbauen, um ihren Reichtum zu zeigen. Zu dieser Zeit waren sie lediglich Präsentationsobjekte der Erwachsenen. Erst im Biedermeier entstanden die ersten Puppenstuben für Mädchen, um sie spielerisch auf ihre spätere Aufgabe als Hausfrau vorzubereiten. Vorbild waren die Wohnungen gehobener Bürgerfamilien, die möglichst naturgetreu wiedergegeben wurden. Puppenstuben und ihr Mobiliar sind traditionell aus Holz hergestellt, heute jedoch häufig auch aus Kunststoff. Mittlerweile werden Puppenstuben industriell gefertigt, in Ärmeren Familien entstanden sie jedoch in einfacher Form in Handarbeit.

Das Möhringer Museum hat aus der Sammlung Schaldecker eine Puppenstube von 1820 erhalten, die komplett aus Blech angefertigt ist. Sicher eine Rarität und teuer in der Herstellung, sagt Margarete Maier. Vermutlich auch schwer anzufertigen, da galt es zu hämmern und zu schmieden, das kann nicht jeder.

Quelle: Filderzeitung, Text, Foto: Gabi Ridder

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